WOCHE -15
Noch 100 Tage 

DER EINÄUGIGE

22.1.2019 - Als der Einäugige wurde ich bei einem Spezialisten betitelt, als es um den Sehtest ging. Das ich auf meinem linken Auge zu 95% blind bin durch einen Geburtsfehler, das wusste ich. Diesmal war es aber etwas kurios alles.
Als ich vor 8 Jahren die Fahrschule machte, war ich auch Augenarzt, der mir irgendwelche Papiere mitgab und mit denen damals Fielmann mir eine Brille machte. Das war kurz und knapp!
Diesmal, 2019, war ich bei einem Optiker und fiel sofort bei der ersten "Frage" durch. Ich sah nur drei von fünf Reihen der Ringe mit Öffnungen. Der Optiker meinte, ich müsse zu einem Spezialisten. Und genau dort war es kurios: Angefangen hat es mit einem totalen Stromausfall in dem kleinen Einfamilienhaus. Die Praxis war im Erdgeschoss und sah schon recht alt aus. Alt im Sinne von schon länger bestehende Praxis. Auch der Doktor war nicht mehr der jüngste. Nach dem Stromausfall kamen immer mehr "Patienten" rein und ich durfte dann zu Ihm ins eigentliche Behandlungszimmer, was aber eher wie ein Büro aussah. Dort saß ich fünf Minuten und musste dann in einem dunklen Zwischenraum warten, bis ich diesen "Ringe-Test" erneut gemacht habe. Auch hier hat sie (die Frau des Doktors) festgestellt, das ich mit dem linken Auge halt gar nichts sehe. Beide waren dann etwas ratlos und stuften mich somit als Einäugiger für die Prüfstellen-Unterlagen ein. Meine Ängste, dass ich bei einem eventuellen Unfall auf meine Augen angesprochen werde, führten beide zu mehr Unsicherheit und somit schickten sie mich zu einem weiteren Optiker. In dem Fall "Krass Optik". Erst hier (!) wurde ich mit professionellen Gerät untersucht. Mit dem Ergebnis, dass ich keine Brille tragen brauche beim Fahren, da selbst eine Brille keine massiven Verbesserung meiner Augen entstehen lässt. - Also wieder zurück um Augen-Spezia-listen und dort die Unterlagen holen. War halt alles etwas kurios, das dieser "Spezialist" erst die Meinung eines professionellen Optikers abwartet. Naja, Hauptsache ich habe die Unterlagen jetzt. - Nächste Unterlage ist dann ein Besuch bei dem Erste-Hilfe-Kurs! Mindestens 9 Stunden lang!

DIE FAHRSCHULE
Heute war der sechste Tag meiner Fahrschule. Man muss aber dazu sagen, dass ich eine Art Intensiv-Kurs mache. Kompakt und möglichst schnell. Das kostet entsprechend und ich habe bereits eine hohe Summe gezahlt. Daher habe ich in der letzten und aktuellen Woche immer montags, dienstags, mittwochs und donnerstags jeweils 8:30-10:00 Uhr und 11:30-13:00 Uhr praktische Fahrschule. Und es läuft wesentlich besser als 2010. Ich fühle mich wohl hinter dem Steuer und auch das Schalten funktioniert. Bis heute!
Irgendwie war oder kommt ein "Wurm in das Getriebe". Aktuell trete ich die Kupplung zu schnell und zu oft. Die entsprechende Kritik nach dem ersten Vorwärts-Quer-Einparken war dann ein kleiner Tropfen zu viel für mich und ich musste mich echt zusammenreissen. Das spätere Rückwärts-in-eine-Parklücke-Einparken klappte dann wieder reibungslos. 
Auch erfolgreich war die Suche nach einem früheren Termin bei der Städtischen Prüfstelle bzw. der Termin für die Anmeldung zum "Erstantrag eines Führerscheins ab 18 Jahren". Hatte ich zunächst erst einen Termin am 14. März 2019 (?) als "Intensiv-Azubi", habe ich gestern zufällig einen Termin am 27. Februar 2019 bekommen. Somit kann ich durch einen Antrag eines Eil-Verfahrens die Theoretische Prüfung bereits Anfang März machen und die Praktische dann danach, sobald ich die Theorie bestanden habe. Also fällt auch hier etwas Druck weg.

 

Ansonsten sind es heute exakt noch 100 Tage bis ich offiziell plane in Portugal zu sein. Wir beide, Manuel wie auch ich, vermissen unser gemeinsames Leben. Jedoch am meistens uns selber gegenseitig. Diese Veränderung im Leben von uns beiden, wird hoffentlich uns noch enger zusammen schweißen, als es bereits ist. Meine Vorbereitungen und weitere Bewerbungen laufen bereits. Nach knapp acht Jahren habe ich auch meine Kündigung im derzeitigen Arbeitsplatz abgegeben, weitere Kündigungen sind ebenfalls unterwegs und nun heisst es Warten auf die Reaktionen.

Schließlich kommt nächste Woche wieder einer der wichtigsten Tage im Jahr. Der Tag, an dem ich meiner Mutter Tribut zolle und sie jedes Jahr, auch in Zukunft, ehren und besuchen werden. Die Familie treffe und drei Tage die Tradition aufrecht erhalten werde.

Das und mehr dann im nächsten Eintrag.
Euer Thomas

22.1.19


WOCHE -17
NOCH 116 Tage
ES GEHT LOS

02.01.2019 - Wie fängt man an? „Man hat immer eine Wahl!“ soll eine Art Sprichwort sagen, und das war wieder mal auch bei mir so. Jedoch ist die Wahl bei mir nicht vielfältig oder schwer, es gab nur zwei Möglichkeiten. Jede Möglichkeit hatte oder hätte schwerwiegende Veränderungen in meinem Leben zur Folge. Diese sind nicht zu unterschätzen, jedoch zu unterscheiden.

 

Doch fangen wir von vorne an.

Der letzte offizielle Eintrag hier auf meiner Website war vom 7. März 2018 (Link), frisch wieder getrennt von meinen zwei Männern, die ich zweieinhalb Monate zuvor wieder zurück bekommen habe. Doch diesmal war ich nicht komplett getrennt, sondern nur räumlich. Meine Männer starteten ohne mich das portugiesische Leben neu und waren zu jenem Zeitpunkt für immer aus München abgereist. Bedeutete wieder für mich, mein Leben alleine zu meistern. Und darin bin ich nicht wirklich gut.

Ich bin kein offener Mensch, bevor ich ohne Zweifel oder gar Selbstzweifel mich jemanden öffne und ohne Bedenken anspreche, dauert es ewig. Das liegt in meiner Kindheit zurück, wo ich eher das klassische gemobbte Kind war. Schlimm wurde es damals, als ich mit meiner Familie in eine andere Stadt zog und dort keinerlei Anschluss fand. Dies prägte mich bis in die heutige Zeit.

Da saß ich nun und war alleine, jedoch wieder mit meinem Lebenspartner zusammen. Das das neue Jahr 2018 nicht wirklich besser wurde, als das schlimmste Jahr meines Lebens 2017, ahnte ich noch nicht.

 

Im Sommer nahm mir Gott mein Kind.

Oftmals sagt man „es hat alles einen Sinn“ oder „es hat einen Grund warum das passiert“. Den Grund oder Sinn von Haley‘s Tod habe ich bis heute nicht verstanden und werde ich nicht. Aber es wird minimal besser.

Gut.

Das Jahr 2018 war also wieder mehr einsam für mich und holte mich erneut auf den Grund des Lebens zurück. Somit nicht verwunderlich, dass ich im Herbst dann immer mehr Druck ausübte, mein Leben zu meinem Freund nach Portugal zu verlegen.

 

„Ich will mein Leben und meine Familie zurück“

Das war und ist derzeit mein größter Lebenstraum. Mitte Oktober war es denn endlich soweit und ich startete mit dem Projekt, worin ihr gerade alle lest: „Portugal & Ich“.

 

Jetzt haben wir 2019 und es ist das Jahr der größten Veränderung meines Lebens. Ich breche mein Leben in Deutschland ab und starte in Portugal komplett neu! Neues Umfeld, neuer Job und neue Sprache. Jedoch bedarf das einer ordentlichen Vorbereitung. Man kann zum Glück nicht von heute auf morgen auswandern, auch wenn das einige TV-Formate so darstellen. Hier hatte ich bereits im Dezember alles gelistet: Versicherungen, Arbeitsvertrag, Online-Verträge... und vor allem der Mietvertrag meiner so geliebten kleinen Wohnung. Letzteres hätte mir noch alles verhindern können, was aber Mitte Dezember gut ausging.

 

Nun haben wir Januar 2019 und es geht los! Die Kündigungen gehen in KW2 raus und dann heißt es eigentlich nur noch Abwarten... zumindest in diesem Fall. Doch eine Sache muss ich in den letzten 116 Tagen noch erledigen:

 

Ich benötige auf jeden Fall den Führerschein!

Und in der nächsten Folge berichte ich dann darüber, wie ich gleich 16 Stunden Fahrschule am Stück gemeistert habe.

Alles dann im nächsten Eintrag

Euer Thomas

2.1.19