ICH: THE STORIES

DIE GESCHICHTEN, DIE MEIN LEBEN SCHREIBT


DER NEUSTART INS LEBEN ZURÜCK
München Englschalking - Montag, 4. Dezember 2017

 

Es ist für mich fast schon ein besonderer Tag: Ich unterschreibe meinen neuen Mietvertrag für mein neues Zuhause in Englschalking. Damit setze ich den ersten Baustein für mein neues Leben ab dem nächsten Jahr. Dies war auch ein kleiner Grund, warum ich diese Wohnung genommen habe: Der Mietvertrag geht ab dem 1.1.18 los! Fast schon ein Symbol.
Zwar ist die Wohnung recht klein, aber ich lebe dort alleine und ich brauche eigentlich keine große Küche oder Schlafzimmer, alles ist minimal gehalten und ich versuche aus den Erfahrungen der letzten Jahre alles mitzunehmen, was ein ausreichendes Leben in kleinem Raum betrifft. Ich brauche keinen Esstisch oder einen Schreibtisch... nur als Beispiel. Einzig wird mir die Badewanne fehlen, das möchte ich aber mit dem Besuch im Cosimabad ausgleichen. Vielleicht ist das auch ein Anfang für mehr Aktivität in meinem Leben.

Einfach wird es nicht, zu tief sitzen noch die Schmerzen, zu heftig sind noch die Wunden, welche mir immer wieder zeigen, was ich hatte. Doch ich möchte in die Zukunft schauen und für was Neues offen sein, meine eigenen Wünsche erfüllen und meine neuen Ziele verwirklichen. Einen neuen Partner finden und mir diesmal sicher sein, wenn ich Ihn am mich heran lasse. Hat er es wirklich verdient? Wird er mich auch verletzen oder verwöhnen? Alles wird sich zeigen, denn keiner auf dieser Welt kann Dir sagen, was kommen wird.

 

Freunde.
Dieses Wort bekam in den letzten Monaten eine etwas andere Bedeutung für mich. Ich fand heraus, wer für mich da war und mir zugehört hat. Oft habe ich geweint und einigen jedesmal auf ein Neues mein Leid geklagt, immer wieder die selbe Geschichte erzählt und trotzdem hörte man mir zu. Man bat mir Hilfe an! 

Ich bin noch heute sprachlos, von wem ich Hilfe bekam. An dieser Stelle bedanke ich mich unendlich bei Manuel und Eva Mrosek, welche mich unglaubliche drei Monate aufgenommen haben. Andere boten mir Ihre Schulter zum weinen an und wieder andere hörten mir immer und immer wieder zu. 

Dann gab es Freunde, die mir halfen mit Kontakten und für mich mit suchten nach Wohnungen, die mich immer wieder aufgebaut haben. Es gab Freunde, die mich abgelenkt haben und auch mal in die Disko mitgenommen haben und mich sogar in unmöglichen Zustand ertragen haben. Ich danke an dieser Stelle jedem einzelnen... dessen Namen ich gerne aufzählen würde, aber ich Angst habe, jemanden zu vergessen.

Freunde sind wirklich wichtig und es sind niemals genug. Obwohl man sagt: "Gute Freunde kann man an einer Hand abzählen" sind es oftmals mehr, als man denkt. Das habe ich gelernt. Sie sind Stützen im Leben und wenn das Leben echt schwer wird, wie es in meinem Fall war, sind viele Stützen nötig, damit nichts zusammen bricht. Hätte das Fundament in meinem Fall nur ein oder zwei Freunde, wäre alles zusammengebrochen. Ich hatte sehr viele Stützen in dieser Zeit, welche mich immer am Leben gehalten haben. Dafür gibt es keine Worte und es recht nicht einfach nur Danke zusagen. Doch wie bedankt man sich da? Für Sie auch da sein!

Das neue Leben beginnt also mit dem neuen Jahr. Ich werde mich neu erfinden und hoffentlich mein Leben wieder bunt und gesund gestalten.
Neue Hobbys finden und etwas reisen... anfangs in Deutschland. Möchte mal in Ecken fahren, wo ich nicht war. Eventuell sogar Österreich und die Schweiz besuchen. Ich möchte auf mich selber mehr achten und gesunder leben. Ich möchte mehr auf mein Inneres hören und auch mal ein Risiko eingehen. 
Ich denke auch, dass Regensburg etwas bewirkt hat... womit ich nicht nur die Stadt meine, hoffe durch sie neue Wege gehen zu können und mich mehr zu entdecken.

 

Eventuell bringt auch das neue Jahr Veränderungen mit dieser Website: Der Roman.
Ich plane weiterhin mit dem Buch und möchte es aber einfacher gestalten. Sobald meine Muse zurück ist und ich mich in die Welt des "Paul Fillmer"s fallen lassen kann, werde ich sie nur minimal ändern. Die Konzentration liegt dann auf einer Story. Aber alles mit der Zeit...

Danke nochmals an alle.

Euer Thomas

4.12.17


WILL ICH ODER WILL ICH NICHT -
DER UNTERSCHIED VON HERZ & VERSTAND

Regensburg - Montag, 23. Oktober 2017

 

Den Dom im Rücken und das Karmeliterkloster St. Joseph vor mir. Ein herrlicher Blick von einer verglasten Terrasse eines Café's sitze ich in Regensburg und genieße einen Milchkaffee und einen Kuchen.

Regensburg.

Warum Regensburg?
Eigentlich müsste ich sagen, dass ein Mann der Grund ist, aber das ist nicht ganz so richtig. Zumindest nicht zu ganzen hundert Prozent. Seit der Trennung von Manuel gibt es tief in mir eine Stimme, die auf kleine Reisen gehen möchte. Sie möchte raus und vermeiden, dass ich in meinem Zimmer (oder später Wohnung) den ganzen Tag herum sitze. Anfangs war diese Stimme mehr für die Berge, was sie noch immer irgendwie ist, aber eine Kurzreise in eine Stadt, in der ich noch nie war, genügt wohl auch.

Ich höre meine Musik dabei und wandere planlos durch diese Stadt. Sicherlich ist diese an einem langen Nachmittag abgelaufen, aber das reicht ja auch. Ich habe es wenigstens gesehen. Gleichzeitig gewöhne ich mein Herz an ein Leben ohne Partner. Was nicht bedeutet, dass ich nie wieder einen Partner haben werde. Diesen Wunsch wird mein Herz niemals aufgeben, doch da spielt der Verstand noch eine große Rolle.

Es ist diese klassische Situation: Herz gegen Verstand, Verstand gegen Herz. In diesem internen Streit muss ich nun vermitteln und beiden Seiten die Genugtuung geben, die sie verdient haben. Klar sitze ich in Regensburg, weil ich jemanden kennengelernt habe, den ich gerne wieder gesehen habe. Dann sagt das Herz, versuch' es doch. Der Verstand lehnt dankend ab - und das zeitweise sehr heftig.

Ich bin innerlich stark verletzt. Das wird mir immer, wenn ich alleine bin, sehr bewusst. Ich mag die Einsamkeit nicht wirklich, hatte es sehr genossen in ein lebendes Zuhause zu kommen. Danach sehne ich mich sehr und wünsche es mir selber wieder. Groß ist aber die Angst vor der nächsten Enttäuschung und ob ich in meinem Alter es noch einmal wage.

Ja, ich weiß, dass ich nicht alt bin, aber diese letzte Zeit in meinem Leben war sehr intensiv und sollte ewig halten. Ich war nicht der Richtige und es ist ohne mich besser. Solche Worte sind schmerzhaft, wenn man selbst nicht mitbekommt, wie das Leben neben Dir regelrecht abbiegt. 


Aber genug gejammert. Nun sitze ich in Regensburg und denke schon darüber nach, wo ich das nächste Mal hinfahre. Traue ich mich wirklich alleine in eine fremde Stadt und überlebe ich dieses Alleine sein? Ich frage mich sehr oft, ob ich überhaupt der Mensch dafür bin. Auf der einen Seite genieße ich die Gesellschaft um mich herum, aber oftmals bin ich froh alleine zu sein. Doch dann wieder zu einsam. Oftmals kann ich mich selber nicht wirklich entscheiden, was ich will. Genau so ist es derzeit. 
Alleine an diesem Nachmittag in Regensburg und mein MacBook vor mir, die Musik im Ohr. Das genieße ich gerade so sehr und stelle mir wirklich vor, wie ich mit dem MacBook unter dem Arm durch die Welt reise. Okay, Brasilien wird es nicht wieder. Obwohl das wieder ganz oben auf meiner Liste steht. Der Traum vom "Rede Cristo" in Rio de Janeiro ist wieder da. Ob ich es noch einmal schaffe dort oben zu stehen? Aber erstmal sollen kleine Ziele gemacht werden, wenn ich es wirklich durchziehe. Vielleicht Wien? Vielleicht Zürich? Oder Köln? Hamburg?

Ich weiß es nicht, wohin es mich treibt? Ob es mit dem Alleinsein bleibt. Ob ich mich auf einen neuen Partner einlassen kann oder nicht. Eventuell sind es zu viele Spekulationen und ich verirre mich damit in einer Endlosschleife. Doch was macht man, wenn man alleine durch eine Stadt geht? Man sieht die ganzen Paare, jung wie alt, und denkt sich natürlich seinen Teil. Irgendwie wünscht sich doch jeder mit einem Partner gemeinsam alt zu werden und auf irgendeiner Terrasse zu sitzen und in die Ferne zuschauen. Dann streiten sich Herz und Verstand wieder.
Diese ganze Arbeit sich zu öffnen und zu hoffen, dass der andere einen nimmt wie man ist, da schwärmt das Herz. Der Verstand hält wieder dagegen. Genug Beweise liegen auf der Hand, dass es schief gehen kann und man lieber selber erstmal auf die Beine kommt und sein eigenes Leben sortiert. Klar, meint das Herz und stimmt diesmal zu. Nur sind knappe zehn Jahre heftig und das Herz weiß, was es bedeutet allein zu sein. Und wieder sitzen wir in diesem Streitgespräch. Beide lehnen sich zurück und ich stehe alleine da. Dann höre ich meine Musik und denke mir, leckt mich doch alle am Arsch und lasst mich in Ruhe.
Morgen fahre ich wieder zurück nach München und stürze mich in die Arbeit und dem großen Ziel, mein eigenes Leben wieder auf die Beine zustellen und diesmal von niemanden einreissen zu lassen. Komme wer da wolle... obwohl? - Nein. Damals lief mir Manuel auch zufällig über den Weg und eventuell wird es diesmal auch so werden.

 

Da sind sich Herz und Verstand wieder einig.

 

 

Thomas

23.10.'17


WENN DIE NEUE ZUKUNFT
EINFACH NICHT KOMMT

München - Donnerstag, 7. September 2017

 

Es ist das Jahr der Neuordnung. Das sagte wohl ein Psychologe meiner besten Freundin, als er auch Ihr total chaotisches Leben versuchte zu erklären. Laut dem chinesischen Kalender wäre das letzte Jahr 2016 das Jahr der Zersplitterung und das jetzige eben das der Neuordnung. Das eine Neuordnung aber so heftig und mit so vielen "Schäden" stattfindet, hätte man auch ankündigen können.

Noch immer, nach nun über 7 (!) Wochen sitze ich noch immer in meiner Übergangslösung und frage mich so oft, was das alles überhaupt soll. Womit habe ich das verdient? Aber da kommt immer wieder der Spruch, den ich mal gehört habe: "Gott gibt Dir nur die Aufgaben im Leben, welche Du auch bewältigen kannst!". Nun glaube ich nicht wirklich an Gott. Ich bin kein religiöser Mensch, aber daran glaube ich doch. Einzig die Tatsache, dass "ER" nicht wirklich daran denkt, in welchem Zustand man das alles erlebt, gibt mir immer wieder Zweifel.

Da sagte die Psychologin meiner neuen Mitbewohnerin "Ihr schafft das!". Klar schaffen wir das. Müssen wir ja. Klar wachen wir jeden Morgen wieder auf. Das kann ich leider nicht verhindern. Selbst den großen Restart-Knopf drücken, wäre in manchen Situationen schon gut gewesen. Aber nein, wir müssen jeden Morgen wieder aufwachen und derzeit ist es jeden Tag in dem aktuellen Chaos.

Da liegt man praktisch auf dem Boden zwischen seinen 5-Tage-Klamotten und wartet, dass endlich das neue Leben beginnt. Das endlich der Neustart vollzogen wird. Ich mich endlich darauf konzentrieren kann, sein eigenes Leben wieder in die richtigen Bahnen lenken kann. Doch zu oft noch kommen diese Gedanken auf, wobei man an sich selber zweifelt. Erinnerungen kommen auf, was hat man in den letzten 9 Jahren alles falsch gemacht? Wieso hat man es nicht bemerkt, dass einem etwas vorgespielt wurde? Oder merkte man es doch schon und hat es nur nicht wahr haben wollen?

Aber was nützen diese Gedanken gerade? Nichts. Sie ändern rein gar nichts an der aktuellen Lage und bringen Dich keinen Schritt vorwärts. Wie eben gesagt, man wacht trotzdem am nächsten Tag auf und sitzt in der gleichen "Müllhalde" wie vorher. Doch woher soll man nach 7 Wochen die Energie nehmen?

Diese Lust und Kraft für diesen Neustart. Alles habe ich bisher verbraucht und investiert in andere Dinge. In andere Ecken in meinem Leben und wohin führte mich das? Nirgendwohin. Ich sitze noch immer auf dieser Couch. Noch immer lässt mich dieser so verehrte Gott nicht in mein neues Leben. Doch immer stellt er mir diese gigantischen Granitblöcke ins Leben und ich finde einfach keinen Weg daran vorbei.

Doch da ist ein Licht.

Ein kleines Licht.

Freunde. Ungeahnte Freunde. Ungeahnte Bekannte, die sich als Freunde heraus kristallisieren. Menschen, die seit einigen Jahren an Deiner Seite im Leben stehen, ohne das Du das jemals bemerkt hast. Da tauchen plötzlich positive Schwingungen auf von Menschen, die Du niemals bewusst in Dein Leben gelassen hast. Sie geben Dir aus unerklärlichen Gründen und Quellen einen Energieschub, dass man spürt, dass es sich lohnt zu kämpfen. Sie zeigen Dir einen Weg. Sie zeigen Dir, dass es wirklich besser werden kann oder es wieder alles gut wird.

"Nimm diese Energie!" schreit mein Inneres und will diese Menschen festhalten. Muss es aber nicht, denn sie sind irgendwie da. Noch heute, bald 3 Monate nach dem Crash, melden sich "Bekannte" und zollen Dir Ihre Zuneigung und Hilfe. Man kann sich bei diesen Menschen nicht genug bedanken und all den anderen sehr engen Freunden.

Es heisst weiter warten.

Warten auf den Tag, der mein Neustart ausmacht. Wird es nächste Woche und kreuzt es einen anderen ehemaligen wichtigen Tag meines alten Lebens? Wenn ja, wieso? Dann frage ich diesen hoch geehrten Gott, warum er es in diese ominöse Woche legt. Soll es doch ein Neustart ohne das alte Leben sein. Oder soll es gar kein Neustart geben? 

Immer wieder kommen diese verschiedenen blöden Fragen auf und immer wieder ziehen sie mich in die Tiefen der Depression zurück. In Tiefen, in denen ich nicht sein möchte und zur Zeit schwer wieder herauskomme. Noch sind es zu wenige "Ablenkungen" in meinem Leben, die mich diese Gedanken verwerfen lassen.

Aber sie kommen und ich spüre, dass sie kommen werden. 

Ich spüre, dass ich umgeben bin von Menschen, die mir gut tun und mir gegebenenfalls wieder auf die Beine helfen. All das, was sie bisher auch schon tun.

 

Danke an alle da, die mir zur Seite stehen.

Es sind zu viele, um Ihnen jedem einzelnen zu danken.

 

Thomas

7.9.'17


WENN DEIN LEBEN (ERNEUT) ABSTÜRZT
Unterföhring - Dienstag, 1. August 2017

 

Nichts ist sicher auf dieser Welt. Jeder, der glaubt, es läuft alles perfekt, lebt in einer Art Luftblase. Ich habe das selber gerade erlebt. Vor 10 Wochen bekam ich aus der weiten Ferne eine Nachricht, die mein gesamtes Leben zerstörte. Jede Hoffnung auf ein schönes Ende oder Altwerden wurden mit einem Schlag vernichtet. Meine gesamte Grundlage wurde mir genommen. Habe ich anfangs noch gekämpft und versucht mit Überzeugung zu punkten, wurde mir nach und nach klar, dass es nichts mehr bringt. Zu groß war die Enttäuschung und der Schaden. Es dauerte ganze 7 Wochen, bis ich diesem Szenario entfliehen konnte.

Ich musste alles zurücklassen: Mein "Kind", mein Mann, meine Zukunft, mein Zuhause, meine Sicherheit, meine Liebe, mein Glück... alles. Seltsamerweise haben wir 2017... exakt vor 10 Jahren hatte ich ebenfalls einen gigantischen Absturz. Jenen hatte ich aber damals selbst verursacht und stand, wie heute, mit meinen Sachen auf der Straße.

Wie 2007 lebe ich nun auf einer Ausziehcouch und warte auf bessere Zeiten. Einzig der gute Job ist mir erhalten und ich habe wieder mehr Freunde um mir, als ich dachte. Selbst in der Weite an der Ostseeküste sitzt eine Freundin, wieder bin ich überrascht, was da hinter mir alles passiert. 

 

Es ist aber sehr schwer und zeitweise zweifle ich an meinem eigenen Leben. Ich bin nun 41 Jahre alt und war mir meines Lebens sicher. Hatte einen tollen Mann, ein kleines vierbeiniges Kind, eine tolle Wohnung, einen tollen Job und eine schöne Zukunft. Man hatte ganze vier Jahre geplant und die Veränderung sollte kurz bevor stehen. Eine Nachricht aus der Ferne beflügelte diese bevorstehende Änderung in unserem Leben. Was bis dato geplant war, wurde zur Realität und selbst in meinem Kopf hatte sich alles gefestigt. Die Veränderungen mit einer Auswanderung wurden nun tatsächlich geplant und standen kurz vor dem Vollzug. Doch dann passierte das Unerwartete: Nein. Ich wurde mit einer Entscheidung überrumpelt, welche auf der anderen Seite wohl schon seit langem durchdacht war. Die geplante Zukunft sollte ohne mich stattfinden. Zu gering meine Selbstständigkeit und anscheinend mein Wille. Während ich, wie gesagt, anfangs noch kämpfte, ergab ich mich dann doch diesem harten Schicksal und zog mich zurück. Leider ging das nicht so, wie man es sich am besten vorstellen konnte. Ich war leider gezwungen in dieser Gemeinsamkeit diese ganzen Wochen zu bleiben. Oftmals alleine und unserem "Kind". Erst vor ein paar Tagen konnte ich dem entfliehen und versuche nun mich in mein neues unbekanntes Leben fallen zulassen. Doch auch das funktioniert nicht wie es sollte.

 

Ich entschied mich, neben meinem neuen Leben, einer neuen Arbeitskollegin auch ein neues Leben zugeben. Sie suchte ebenfalls intensiv nach einer Wohnung und wir schlossen uns zusammen. In all diesem Chaos und der zerstörten Welt um mich, kam ein Glücksfall des Weges. Ein guter Bekannter aus dem Gästeumfeld meiner Arbeit sagte mir spontan für eine große Wohnung zu. Seitdem warten wir auf die Übergabe, welche sich aber noch hinzieht. Bereits das dritte Mal wurde die geplante Übergabe abgesagt, weil sich der Vermieter mit dem bisherigen Mieter überschlagen hat. Also müssen wir warten, bis die Wohnung doch frei wird. Das ist auch der Grund, warum ich in der gleichen Situation wie 2007 sitze: Auf einer Schlafcouch bei Freunden.

 

Was sagt mir das alles?

Nichts ist sicher. Gar nichts ist sicher.

Selbst wenn man Dir die große Liebe verspricht und garantiert, ist das alles Lüge.

Enttäuschung überschattet meine letzten Jahre dem Glück. Ich hatte alles und war dem sicher, mir wurde alles als sicher vorgespielt. Selbst kurz vor dem doch geplanten Ende, wurde mir eine rosige Zukunft versprochen. Wurde mir eine Zukunft in Aussicht gestellt. Nur Tage vor der Entscheidung der anderen Seite wurde mir die endgültige Frage gestellt: Willst Du das wirklich oder nicht? Und als ich mich entschied, das zu tun, wurde mir diese eigene Entscheidung genommen.

Nichts ist sicher. Gar nichts ist sicher.

Da sitze ich nun und warte auf ein neues Leben. Auf eine neue Liebe? Auf ein "neues Kind"? Auf eine neue Zukunft?

Zweifle ich daran oder schaue ich nach vorne?

Wie weit nach vorne? Lohnt es sich diesmal? Werde ich wieder belogen und getäuscht? Oder sehe ich doch alles nur zu schwarz. Sollte ich den Kopf hoch heben und es allen zeigen?

Fragen, die mir täglich durch den Kopf gehen. Doch es gibt nur eine Frage: Wie lange dauert es, bis ich diese lange Zeit mit Ihm abschließen kann? Kann ich das alles so vergessen und hinter mir lassen? Diesen ganzen gelebten Traum? Ich muss.

Obwohl ich oft nicht weiß, woher ich die Kraft dafür nehmen soll, weiß ich, dass ich trotzdem jeden Morgen aufwache und es mir trotzdem jeden Morgen bewusst wird, was ich da verloren habe. Ich suche Gründe und versuche nicht die ganze Wut auf Ihn abzuwälzen. Auch ich habe meinen Beitrag geleistet. Auch ich war nicht der perfekte Mann. Doch muss es so enden? Auch hier habe ich oft nachgedacht, wie es besser gewesen wäre, aber egal welchen Weg er gegangen wäre, er hätte in jeder Version mein bisherigen Traum zerstört. Eigentlich war die Art dieser Entscheidung für mich die bessere, wenn auch die härtere. 

 

Nun liegt es an mir, mein Leben erneut aufzubauen und mich selbst mehr zu lieben, als jemand anderen. Ich muss wieder lernen nicht für zwei oder drei zudenken, sondern wieder nur an mich. Vertrauen und mich auf jemanden verlassen? Nein, das kann ich wohl nicht wirklich. Ich bin es selbst, dem ich vertrauen kann. Bis auf weiteres wird das das einzige sein, was für mich zählt. Zu groß ist die Enttäuschung aus den letzten Jahren.

 

Danke an dieser Stelle an alle, die für mich in den letzten Wochen da waren.

 

Thomas

1.8.17